Lichterkette

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Neonazismus und Antisemitismus

Mit Vorliebe verniedlichen rechtsextreme PolitikerInnen die Schrecken der Nazivergangenheit. Besonders beliebt ist es dabei, so zu tun, als wäre jede Diktatur gleich schlimm. Die Nazis werden dann in eine Reihe mit anderen diktatorischen Regimen und teilweise sogar mit der österreichischen Besatzungszeit gestellt. Aussagen wie, Österreich sei zwischen 1934 und 1955 nicht frei gewesen oder man könne nicht sicher sagen , ob es in Österreich vor oder nach 1945 schlimmer gewesen sei, sind kennzeichnend für hochrangige Vertreter rechtsextremer Parteien.

Rechtsextreme (auch aus Parlamentsparteien) treffen sich am 8.5. (Tag der Kapitulation der Nazis) zu Trauerstunden, statt die Niederlage des Terrorregimes mit einem Fest der Befreiung zu begehen. Sie pilgern zum Todestag eines dekorierten Nazi-Fliegers zu dessen Grab und ehren dabei einen, der für die Herrschaft der Nazi-Mörder über Europa gekämpft hat, als Verteidiger der "Heimat". Gleichzeitig diffamieren sie Wehrmachtsdeserteure, die in jedem Fall zur Niederlage der Nazis und damit zur Befreiung Europas und Österreichs beigetragen haben und für ihr Verhalten im Falle des Erwischtwerdens mit der Todesstrafe zu rechnen hatten, gleichzeitig diffamieren sie diese Wehrmachtsdeserteure, als Feiglinge oder gar Kameradenmörder.

Klar ist, dass die Zeit der Naziherrschaft von 1938 bis 1945 mit ihren Massenmorden, Folterungen, Verfolgungen, Vertreibungen, Enteignungen und Demütigungen die grausamste Epoche der hiesigen Geschichte war. Auf dieser Basis tritt die Initiative Lichterkette für Information und ehrliche Diskussionen zur Vergangenheit ein und gegen die oben erwähnten oder ähnliche Propagandalügen auf.

In der Folge der angesprochenen rechtsextremen Stimmungsmache zur Nazivergangenheit kam es in letzter Zeit zu Auswüchsen wie

Antisemitismus (in der Öffentlichkeit) war selbst für rechtsextreme PolitikerInnen nach 1945 eine Zeit lang ein gewisses Tabu (mit Ausnahmen). In letzter Zeit wird Antisemitismus aber wieder zunehmend offen ins Agitationsprogramm eingebaut. Im EU-Wahlkampf wurde vor einem (nicht ernsthaft zur Diskussion stehenden) EU-Beitritt Israels gewarnt. Im Vorarlberger Landtagswahlkampf schimpfte ein rechtsextremer Spitzenkandidat über einen "amerikanischen Exiljuden" (der im übrigen weder aus Amerika noch im Exil war, aber um Wahrheit geht es in solchen Fällen ja auch nicht, sondern um die Kreirung möglichst zugkräftiger Schimpfkombinationen zu hetzerischen Zwecken). Ein rechtsextremer Burschenschafter in einem der höchsten Staatsämter zog über den Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde her.

Die Initiative Lichterkette steht:

In diesem Sinne stellte bei der Lichterkette 2009 eine Vertreterin des Vereins "Steine der Erinnerung" ihr Projekt vor, in dem an Opfer der Nazi-Massenmorde an Jüdinnen und Juden erinnert wird, z.B. durch die Installierung von Gedenktafeln an deren ehemaligen Wohnhäusern.

Letzte Wahlergebnisse wie v.a. auch das der Bürgermeisterstichwahl in der zweitgrößten Stadt Oberösterreichs, Wels machen unser aller Eintreten für die angesprochenen Belange noch viel wichtiger. In Wels erreichte der Kandidat einer großen rechtsextremen Partei 46,47% der abgegebenen Stimmen, wobei diesem Kandidat die eigene Partei noch nicht weit genug rechts zu sein scheint. Er hatte im Vorfeld der Landtagswahl in Oberösterreich sogar eine Unterstützungserklärung für die Kandidatur einer Partei abgegeben, die so weit rechts außen steht, dass sie sogar in Österreich nicht zur Wahl zugelassen wurde.