Lichterkette

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Gründe für Flucht

Millionen Menschen flüchten jährlich vor Folgen des einseitigen Freihandels.

Jährlich setzen Millionen Menschen nicht nur ihr ganzes Hab und Gut sondern auch ihr Lebens aufs Spiel, um vor Gewalt, Krieg, politischer Verfolgung oder der fehlenden Grundversorgung zu entkommen. Wie kommt es aber dazu, dass Länder der "Dritten Welt" oftmals nicht in der Lage sind, die Grundbedürfnisse der Menschen zu decken?

Die Situation hat ihren Ursprung in der Kolonialisierung und den damit einhergehenden langfristigen, einseitigen Warenaustausch zugunsten der westlichen Welt.

Internationale Bestimmungen regeln, dass Industrieländer mit den für sie wichtigen Rohstoffen, nicht aber mit Fertigprodukten aus Entwicklungsländern beliefert werden. Staaten und Gebiete der Dritten Welt werden gezwungen, hauptsächlich Rohstoffe zu exportieren und keine Fertigprodukte herzustellen, wodurch eine bessere "Preiskontrolle" bzw. "Kostendumping" zugunsten amerikanischer oder europäischer Konzerne möglich ist.

Der Agrarmarkt wird von fünf (!) US-amerikanischen Familienunternehmen beherrscht und die Preise der Rohstoffe werden größtenteils von westlichen Banken bestimmt (auch in der dabei wichtigen Weltbank haben die Industrieländer eine Mehrheit). Dies hat zur Folge, dass die Rohstoffpreise von westlichen Konzernen diktiert werden und sich diese Preise in einer ständigen Abwärtsspirale befinden. So musste Costa Rica beispielsweise 1972 für ein Fass Öl 28 Kilogramm Bananen liefern, heute sind es bereits an die 500 Kilogramm.

Zwar stellten sich immer wieder Regierungschefs der jeweiligen Entwicklungsländer gegen diese Ausbeutung durch den Westen. Amerikanischer Obst- und Gemüsekonzerne intervenierten in Folge bei der jeweiligen US-Regierungen so sehr, dass diese politische Umstürze (beispielsweise in Lateinamerika) unterstützte und die für die westlichen Firmen "angenehme" Machthaber an die Macht verhalfen.
Doch auch in anderen Bereichen gibt es ähnliche fragwürdige Geschäftsverbindungen, die westlichen Konzernen satte Gewinne bringen und die einheimische Bevölkerung in bitterster Armut hinterlassen. So werden in Ländern des Nahen Ostens Militärverbände von Ölkonzernen bezahlt, um die von ihnen betriebenen Ölquellen vor der verarmten Bevölkerung zu beschützen.
Zwar gab es immer wieder Anstrengungen, die Weltwirtschaftsordnung gerechter zu gestalten, letztlich wurden Änderungen dieser Bestimmungen unter Ideologie des "Freihandels" verhindert.

Eine weitere Verschärfung der Situation ergibt sich durch die Agrar-Förderungspolitik der USA und Europas: Durch massive Förderungen können westliche Agrarprodukte in Entwicklungsländern zu einem derart niedrigen Preis vertrieben werden, dass heimische Bauern ihren Betrieb aufgeben müssen, was sich in weiterer Folge negativ auf die Handelsbilanz, die Produktion und die Beschäftigung in den betroffenen Gebieten auswirkt, während damit gleichzeitig die Abhängigkeit vom Westen erhöht wird.


Zukunftsprognosen

Doch neben der Ausbeutung von Rohstoffen durch den Westen, wird es vor allem Staaten der Dritten Welt in Zukunft zu weiteren Problemen kommen:

Wie verschiedenste Forschungsergebnisse zeigen, wird die Zahl der Klimaflüchtlinge in Zukunft steigen. Die globale Erwärmung, die Ausbreitung der Wüsten, der Anstieg des Meeresspiegels und daraus folgende die Überschwemmung von Inselstaaten, die Zunahme von Unwetterkatastrophen und Klimakapriolen, die Versalzung bisher fruchtbaren Bodens wird in Zukunft noch mehr zu menschlichen Wanderbewegung führen. Wenn Menschen keine Chance mehr haben, fruchtbaren Boden zu bewirtschaften, die Bodenschätze aus der Erde zu holen, keinen Lebensraum haben, wo sie überleben, arbeiten und halbwegs komfortabel leben können, werden sie sich ihren Lebensraum anderswo suchen müssen.