Islamophobie
Islamophobie ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Sie in kein rein österreichisches, sondern ein internationales Problem. Als Synonym zu Antiislamismus oder Islamfeindlichkeit, kann Islamophobie als eine unbegründete Angst vor dem Islam oder den MuslimInnen definiert werden.
Die schrecklichen Terroranschläge von New York, London oder Madrid haben in der westlichen Welt ein auf Vorurteilen behaftetes Bild "des"
Islam und "den" MuslimInnen erzeugt.
Oft werden der Islam oder "die" MuslimInnen als eine homogene Gruppe wahrgenommen,
welchen bestimmte Eigenschaften und kulturelle Merkmale zugeschrieben werden. MuslimInnen werden somit zu den "Anderen", den "Fremden".
Gemeinsamkeiten mit Nicht-MuslimInnen werden vernachlässigt, Kontaktsituationen vermieden und Vorurteile verhärtet.
Dabei wird vergessen dass Identität nichts Festes, sondern etwas Formbares ist. Identität wird nicht nur durch
Religionszugehörigkeit, sondern durch viele Faktoren determiniert.
Islamophobie ignoriert die Heterogenität muslimischer Menschen und die Vielgestaltigkeit des Islam.
In Österreich wird mit den Ängsten der Menschen vor allem in Wahlkämpfen gespielt.
Rechte Parteien kreieren ein Feindbild bzw. einen Sündenbock, der für alle Probleme der Gesellschaft verantwortlich sein soll. Dieses Instrument der poltischen Propaganda ist uns aus der Vergangenheit bekannt. Nicht umsonst wird Volksverhetzung unter Strafe gestellt. Durch juristische Beratung ist es jedoch möglich sich an den Grenzen des Gesetzes zu bewegen und die Gesellschaft zu spalten ohne strafrechtlich belangt werden zu können. Umso wichtiger ist es daher, dass die Zivilgesellschaft diese Hetze nicht duldet und dagegen auftritt. Wir finden es unverantwortlich Vorurteile und Ängste zu schüren, sowie Feindbilder zu kreiieren.
Politische Hetzkampagnen tragen dazu bei, dass Islamophobie gesellschaftsfähig wird. Soziale Ausgrenzung, Diskriminierung und verbale, wie auch physische Attacken gegen MuslimInnen gehören mittlerweile leider zum Alltag und müssen bekämpft werden.
Wir gehen davon aus, dass Ängste vor - oder Vorurteile gegenüber dem “Anderen” die Lebensqualität aller Beteiligten beeinträchtigen. Wir gehen auch davon aus, dass ein respektloser und menschenunwürdiger Umgangston in einer Gesellschaft von Nachteil ist.
Deshalb treten wir für einen respektvollen Umgang mit allen Menschen, gleich welcher Herkunft, welcher Religion oder welcher sexuellen Orientierung, ein.
Die Initiative Licherkette steht
- FÜR Respekt und Menschenwürde: Respekt gegenüber anderen Menschen und ihren religiösen Gefühlen ist für uns eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Miteinander. Jedem Menschen soll unabhängig von Religionszugehörigkeit mit gleich viel Respekt begegnet werden.
- FÜR Freude an Vielfalt, statt Abkapseln in Einfalt: Zusammenleben in Vielfalt ist immer eine Bereicherung. Wenn wir wollen können wir dadurch sehr viel lernen und profitieren.
- FÜR Zivilcourage: Um Freude an dieser Vielfalt zu haben, müssen alle Kräfte einer Gesellschaft an einem Strang ziehen und dürfen Diskriminierung, Verhetzung und eine Spaltung der Bevölkerung nicht tolerieren. Wir wollen Verantwortung FÜReinander übernehmen.
- FÜR Information und Diskussion statt Propagandalügen: In den letzten Jahren wird vermehrt mit Ängsten und Vorurteilen von Menschen gespielt um Wählerstimmen zu gewinnen. Bewusst werden dabei systematisch falsche Informationen verbreitet. Darin sehen wir ein großes Gefahrenpotenzial und treten für sachliche Diskussionen ein um Herausforderungen, die es in jeder Gesellschaft gibt, gemeinsam zu bewältigen.